Ein weiteres Jahr ist vergangen, seit ich meinen letzten Beitrag über meine Erfahrungen mit Home Assistant hier auf myhome.zone veröffentlicht habe. Wer den Beitrag gelesen hat, weiß, dass ich bereits damals von der Stabilität und den Möglichkeiten, die mir Home Assistant bietet, begeistert war. Diese Begeisterung hat sich in den letzten 12 Monaten nicht nur gehalten, sondern ist sogar noch gewachsen. In meinem Smart-Home hat sich seit dem letzten Beitrag so einiges getan, sowohl bei der Hardware als auch bei der Software. Neue Geräte sind eingezogen, bestehende wurden optimiert und auch die Art und Weise, wie ich mein Smart-Home steuere und automatisiere, hat sich weiterentwickelt.
Hardware-Upgrades für mehr Sicherheit und Effizienz
Eines der wichtigsten Upgrades in den letzten Monaten war der Austausch meiner gesamten HomeMatic Rauchmelder. Ich habe mich für die Rauchmelder von Frient entschieden, die sich nahtlos in mein bestehendes Zigbee-Netzwerk integrieren lassen. Bei dieser Gelegenheit habe ich auch gleich einen zusätzlichen Rauchmelder im Hauswirtschaftsraum installiert. Warum? Ganz einfach: Statistisch gesehen werden die meisten Brände in den eigenen vier Wänden durch technische Defekte an Haushaltsgeräten wie Waschmaschinen oder Trocknern ausgelöst. Da diese Geräte bei mir im Hauswirtschaftsraum stehen, erhöht ein Rauchmelder an dieser Stelle die Sicherheit für mich und meine Familie enorm. Im Falle eines Falles werde ich nun noch schneller alarmiert und kann rechtzeitig reagieren.
Neben den Rauchmeldern habe ich auch meine smarten Steckdosen weiter aufgerüstet. Hier setze ich mittlerweile verstärkt auf die Aqara Power Outlet H2 EU. Diese kleinen und unauffälligen Steckdosen messen nicht nur den Stromverbrauch, sondern fungieren auch als Zigbee-Repeater und verbessern so die Abdeckung und Stabilität meines Zigbee-Netzwerks. Sollte in Zukunft einer meiner älteren Homematic Steckdosen-Aktoren den Geist aufgeben, werde ich diesen definitiv durch ein Modell von Aqara ersetzen.
Zusätzlich zur Umstellung auf Frient-Rauchmelder und Aqara-Steckdosen habe ich meine Hardware-Upgrades noch weiter vorangetrieben. Da ich mich intensiv mit Smart-Home-Themen beschäftige, habe ich einige neue Geräte direkt über AliExpress bestellt. Ich weiß, dass viele Bedenken wegen des Zolls oder der Lieferung haben, aber aus meiner langjährigen Erfahrung mit der Plattform kann ich sagen, dass diese Bedenken nicht berechtigt sind.
Konkret habe ich mir folgende Geräte bestellt und in mein Home Assistant integriert:
- Ein Aqara Temperatursensor, den ich draußen montiert habe. Er liefert mir präzisere Daten zur Außentemperatur, was wiederum die Berechnung der absoluten Luftfeuchtigkeit in meinen Automatisierungen genauer macht.
- Fünf Pflanzensensoren, die mir helfen, meinen „nicht ganz so grünen Daumen“ zu kompensieren. Sie geben mir genaue Werte zur Bodenfeuchtigkeit und in Kombination mit einer Automation, werde ich nun an das gießen der Pflanzen erinnert.
- Ein Tuya Bewässerungsventil mit zwei Ausgängen, das jetzt die Bewässerung meines Rasens steuert. An den beiden Ausgängen habe ich jeweils einen Gardena Vielflächen-Versenkregner angeschlossen, was die manuelle Rasenpflege deutlich reduziert.
Der Einsatz dieser neuen Komponenten zeigt, wie sehr sich mein Home Assistant über das letzte Jahr weiterentwickelt hat, nicht nur in puncto Sicherheit und Effizienz, sondern auch bei der Gartenautomatisierung.
Abschied von HomeMatic und ein klares Bekenntnis zu Zigbee
Wie bereits im letzten Beitrag angedeutet, habe ich mich nun endgültig dazu entschieden, die verbauten Homematic-Komponenten in meinem Smart-Home schrittweise zu reduzieren und stattdessen vermehrt auf Zigbee-Geräte zu setzen. Die Gründe dafür sind vielfältig. Zum einen ist die Auswahl an Zigbee-Geräten verschiedenster Hersteller riesig und die Preise sind in der Regel deutlich günstiger als bei HomeMatic. Zum anderen bietet mir Zigbee eine größere Flexibilität und Unabhängigkeit von einem einzigen Hersteller. Über den Zigbee-Stick an meinem Raspberry Pi und die ZHA-Integration in Home Assistant kann ich Geräte von Aqara, Nous, Philips Hue und vielen anderen Herstellern problemlos miteinander kombinieren und steuern.
Matter – vorerst kein Thema für mich
Der neue Smart-Home-Standard Matter wird in der Branche heiß diskutiert und verspricht eine herstellerübergreifende Kompatibilität. Für mich ist Matter bisher allerdings kein Thema und wird es wahrscheinlich auch in naher Zukunft nicht werden. Das liegt vor allem daran, dass ich in meinem Smart-Home bewusst auf Geräte setze, die kein WLAN nutzen. Leider wurden in den letzten Monaten aber deutlich mehr Geräte mit Matter over Wifi veröffentlicht, als mit Matter over Thread. Ich bevorzuge für meine Smart-Home-Geräte eine Kommunikation über Funkprotokolle wie Zigbee, da diese in der Regel energieeffizienter und stabiler sind als WLAN. Ich werde die Entwicklung von Matter aber natürlich weiterhin im Auge behalten und bin gespannt, welche Möglichkeiten sich in Zukunft noch ergeben werden.
Stabilität und Verfügbarkeit – Home Assistant überzeugt auf ganzer Linie
Was die Stabilität meines Home Assistant Systems angeht, kann ich nur Positives berichten. In den letzten 365 Tagen gab es so gut wie keine längeren Ausfälle. Eine kurze Auswertung hat ergeben, dass mein System eine Verfügbarkeit von beeindruckenden 98,6% hatte (Auswertung über Docker Statistiken in meinem Grafana Dashboard). Die wenigen kurzen Ausfälle waren meist auf selbstverschuldete Konfigurationsfehler oder Stromausfälle zurückzuführen. Home Assistant selbst lief dabei stets stabil und zuverlässig. Hier zeigt sich einmal mehr die Stärke einer lokalen Smart-Home-Zentrale, die unabhängig vom Internet und von Cloud-Diensten funktioniert.
Software-Optimierungen mit Google Gemini und Bubble-Card
Auch auf der Software-Seite hat sich in den letzten 12 Monaten einiges getan. Ein großes Projekt war die Optimierung meiner bestehenden Automationen. Hierbei habe ich mir Unterstützung von Google Gemini geholt, einem KI-basierten Coding-Assistenten. Ich habe Gemini meine bestehenden Automationen in YAML-Code vorgelegt und um Vorschläge zur Optimierung gebeten. Die Ergebnisse waren beeindruckend. Gemini hat mir nicht nur geholfen, meine Automationen effizienter und übersichtlicher zu gestalten, sondern hat mir auch neue Möglichkeiten aufgezeigt, die ich bisher nicht kannte. So nutze ich beispielsweise mittlerweile viel häufiger Templates, um meine Automationen noch flexibler und dynamischer zu gestalten. Der Lerneffekt war hierbei enorm und ich kann jedem Home Assistant Nutzer nur empfehlen, Google Gemini einmal selbst auszuprobieren.
Ein weiteres Highlight war das Release der Bubble-Card in der Version 3.0.0. Diese benutzerdefinierte Karte für das Home Assistant Dashboard hat es mir ermöglicht, mein Dashboard komplett neu zu gestalten und vollständig auf Pop-ups umzustellen. Mir war dabei eine einfache und intuitive Bedienung besonders wichtig, da auch mein Sohn zunehmend Interesse an der Technik zeigt und die Geräte in seinem Zimmer selbstverständlich selber steuern können soll. Mit der Bubble-Card konnte ich ein modernes und übersichtliches Dashboard erstellen, das sich auf jedem Gerät gut bedienen lässt. Zudem habe ich bereits Vorbereitungen getroffen, um in Zukunft gewisse Bedienelemente je nach angemeldetem Home-Assistant-Benutzer ein- oder ausblenden zu können. So kann ich sicherstellen, dass mein Sohn nur die Geräte steuern kann, für die er auch die Berechtigung hat.
Einen guten Eindruck von den Veränderungen an meinem Dashboard bekommt man, wenn man sich die Bilder aus meinem letzten Home Assistant Beitrag anschaut. Dort ist gut zu erkennen, dass sich das Design und die Bedienung grundlegend verändert haben.
HACS-Komponenten und Integrationen
Für alle, die es interessiert, habe ich hier eine Liste meiner aktuell genutzten HACS-Komponenten und Integrationen zusammengestellt:
- Bubble-Card
- Deutscher Wetterdienst
- Home Connect Alt
- Homematic(IP) Local for OpenCCU
- mini-graph-card
- Power Flow Card Plus
- Purifier Card
- Solarman
- Solcast PV Forecast
- Spook
- Vacuum Card
- Waste Collection Schedule
- Weather Chart Card
- WebRTC Camera
Ausblick und Fazit
Mein Smart-Home mit Home Assistant ist und bleibt ein spannendes Hobby, das mir immer wieder neue Möglichkeiten eröffnet. Die Kombination aus leistungsstarker Open-Source-Software und einer riesigen Auswahl an kompatibler Hardware ist einfach unschlagbar. Auch nach über zwei Jahren intensiver Nutzung entdecke ich immer noch neue Funktionen und Möglichkeiten, mein Zuhause noch smarter und komfortabler zu gestalten.
Solltest du Interesse an dem von mir verwendeten Theme oder an YAML-Code für mein Dashboard, meine Automationen oder Skripte haben, dann melde dich doch gerne über die Kommentarfunktion. Ich teile meine Erfahrungen und Konfigurationen gerne mit der Community.
Hast du noch Fragen?
Hast du noch Fragen zu diesem Beitrag? Dann ab damit in die Kommentare oder schreib mich über Mastodon an.
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