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Programmieren: Game-Changer für Hobby & Karriere

Als Elektro-Techniker in der heutigen Zeit bin ich davon überzeugt, dass grundlegende Programmierkenntnisse einfach unerlässlich sind. Es geht mir hier nicht darum, eine bestimmte Programmiersprache in den höchsten Tönen zu loben oder tief in meine eigenen Programmierkenntnisse einzutauchen. Vielmehr möchte ich die immensen Vorteile hervorheben, die man durch das Erlernen des Programmierens gewinnt. In einer immer stärker digitalisierten Welt sind diese Fähigkeiten nicht mehr nur Nice-to-haves, sondern echte Game Changer.

Warum Programmieren wichtig ist – auch ohne IT-Studium

Für viele mag Programmieren wie eine komplexe Materie erscheinen, die nur etwas für ausgewiesene IT-Spezialisten ist. Doch weit gefehlt! Ich möchte betonen, dass es nicht darum geht, ein Softwareentwickler zu werden, sondern vielmehr darum, ein grundlegendes Verständnis für die Logik und die Abläufe hinter digitalen Systemen zu entwickeln.

Ein klarer Vorteil, der sich sofort bemerkbar macht, ist die gesteigerte Attraktivität auf dem Arbeitsmarkt. Egal, ob man im Handwerk, im Ingenieurwesen, im Marketing oder in der Verwaltung tätig ist – Programmierkenntnisse, selbst wenn sie nur rudimentär sind, heben einen von der Masse ab. Viele Berufe, die auf den ersten Blick nichts mit IT zu tun haben, profitieren enorm von Mitarbeitern, die in der Lage sind, Skripte zu schreiben, Daten zu analysieren oder Prozesse zu automatisieren.

 

Kognitive Vorteile des Programmierens

Programmieren ist nicht nur eine technische Fähigkeit, sondern auch ein hervorragendes Training für unser Gehirn. Es fördert unter anderem das logische Denken, die Problemlösungsfähigkeiten und die Kreativität. Wenn man einen Fehler im Code sucht, trainiert man seine Fähigkeit, Probleme zu identifizieren, systematisch Lösungswege zu finden und diese zu testen. Diese Fähigkeiten sind nicht nur beim Programmieren von Vorteil, sondern auch im Alltag und im Berufsleben von unschätzbarem Wert. Man lernt, komplexe Probleme in kleinere, handhabbare Einheiten zu zerlegen und Schritt für Schritt eine Lösung zu entwickeln. Das ist ein Denkprozess, der sich auf viele Lebensbereiche übertragen lässt.

 

Erste Schritte in die Welt des Codes

Der Einstieg in die Welt des Programmierens kann anfangs überwältigend wirken, aber es gibt großartige Ressourcen, die den Lernprozess erleichtern. Für Anfänger, die das Programmieren spielerisch und mobil lernen möchten, kann ich zwei Apps besonders empfehlen:

  • Sololearn: Learn to code: Diese App bietet interaktive Kurse in verschiedenen Programmiersprachen, von Python über JavaScript bis hin zu HTML und CSS. Die Lektionen sind kurz und prägnant, was sie ideal für das Lernen zwischendurch macht. Ich habe mir Sololearn selbst angesehen und konnte einige neue Konzepte spielerisch erfassen.
    Sololearn: Learn to code
    Sololearn: Learn to code
  • Mimo: Programmieren lernen: Ähnlich wie Sololearn bietet Mimo einen gamifizierten Ansatz zum Programmierenlernen. Die App führt durch interaktive Übungen und Projekte, die es ermöglichen, das Gelernte sofort anzuwenden. Auch hier habe ich bei der Nutzung gemerkt, wie schnell man Fortschritte machen kann.
    Mimo: Programmieren lernen
    Mimo: Programmieren lernen
    Entwickler: Mimo: Learn to Code
    Preis: Kostenlos

Beide Apps sind hervorragende Ausgangspunkte, um ein Gefühl für Syntax und Logik zu bekommen, ohne sich gleich in komplexe Entwicklungsumgebungen stürzen zu müssen. Sie machen das Lernen zugänglich und motivierend.

 

Python: Die ideale Einsteigersprache

Wenn man die Absicht hat, tiefer in eine Programmiersprache einzutauchen, kann ich Python uneingeschränkt empfehlen. Python ist eine der vielseitigsten Programmiersprachen überhaupt und wird in unzähligen Bereichen eingesetzt: von Webentwicklung über Datenanalyse, Künstliche Intelligenz bis hin zur Systemadministration und im Bereich Smart Home.

Der größte Vorteil von Python für Einsteiger ist seine einfache und gut lesbare Syntax. Im Vergleich zu anderen Sprachen wie C++ oder Java ist Python deutlich weniger „wortreich“, was bedeutet, dass man mit weniger Code mehr erreichen kann. Das macht das Lernen weniger frustrierend und man sieht schnell erste Erfolge. Es gibt eine riesige und sehr aktive Community, unzählige Tutorials, Kurse und Bibliotheken, die den Einstieg und das Vertiefen des Wissens erleichtern.

 

Programmieren im Smart Home: Der Fall YAML

Auch im Bereich Smart Home macht es absolut Sinn, sich in einige Programmierkonzepte einzulesen. Wenn man zum Beispiel Home Assistant nutzen möchte, kommt man um YAML nicht herum. YAML steht für „Yet Another Markup Language“ und ist eine menschlich lesbare Datenserialisierungssprache. Sie wird hauptsächlich für Konfigurationsdateien verwendet.

Auch wenn YAML keine vollwertige Programmiersprache im klassischen Sinne ist, erfordert das Verstehen und Erstellen von YAML-Dateien ein gewisses logisches Denken und das Einhalten einer strikten Syntax. Fehler in der Einrückung oder bei den Schlüssel-Wert-Paaren können dazu führen, dass die Konfiguration nicht funktioniert. Durch das Lernen von YAML trainiert man seine Präzision und sein Verständnis für hierarchische Datenstrukturen, was wiederum nützliche Fähigkeiten für das allgemeine Verständnis von Code sind. Bedingt durch die Nutzung von Home Assistant bin ich selbst mit YAML in Berührung gekommen und habe schnell gemerkt, wie wichtig eine saubere Struktur ist.

 

Mein persönlicher Weg zur Programmierung

Meine Reise in die Welt des Programmierens begann während meiner Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik. Dort kam ich zum ersten Mal mit der Software Siemens STEP 7 in Kontakt, mit der man eine Siemens S7 SPS (Speicherprogrammierbare Steuerung) programmieren konnte. Das war ein erster Berührungspunkt mit der Automatisierung von Prozessen durch Code und hat mein Interesse geweckt. Ich habe dabei sozusagen Blut geleckt.

Im privaten Bereich habe ich mich dann das erste Mal mit HTML und Perl auseinandergesetzt. HTML für die Struktur von Webseiten und Perl, eine Sprache, die früher oft für Web-Skripte und Systemadministration verwendet wurde. In den darauf folgenden Jahren sank mein Interesse an neuen Programmiersprachen jedoch etwas. Der Fokus lag mehr auf der praktischen Anwendung meiner erlernten elektrotechnischen Fähigkeiten.

Erst als ich mich später mit ioBroker auseinandersetze, einem Open-Source-IoT-Plattform, kam dieses Interesse wieder auf. Bei ioBroker bin ich dann intensiv mit Blockly und JavaScript in Berührung gekommen. Blockly ist eine visuelle Programmiersprache, die das Erstellen von Code durch das Aneinanderreihen von Blöcken ermöglicht – ideal für den Einstieg. Von dort war der Sprung zu JavaScript, der Programmiersprache, die hinter fast jeder modernen Webseite steckt, nicht mehr weit.

Auch während meiner Techniker-Ausbildung musste ich mich zwangsläufig mit dem Programmieren auseinandersetzen. Hier kamen dann Batch-Skripte für die Automatisierung von Aufgaben unter Windows und erste Berührungspunkte mit C++ hinzu. C++ ist eine sehr leistungsstarke Sprache, die oft für Systemprogrammierung und Performance-kritische Anwendungen verwendet wird.

Bis heute sind dann noch Python und YAML hinzugekommen. Python nutze ich inzwischen häufiger im Bereich meiner Arbeit, wo es mir hilft, Daten zu verarbeiten und diverse Automatisierungen zu realisieren. Und wie bereits erwähnt, bedingt durch Home Assistant, kam dann YAML hinzu, um die komplexen Konfigurationen meines Smart Homes zu verwalten.

Dieser Werdegang zeigt, dass man nicht unbedingt ein Informatikstudium absolvieren muss, um sich Programmierkenntnisse anzueignen. Es ist ein kontinuierlicher Lernprozess, der oft durch Neugier und die Notwendigkeit, Probleme zu lösen, angetrieben wird.

 

Tools und Umgebungen für Programmierer

Für diejenigen, die tiefer in die Materie eintauchen möchten, ist es wichtig, sich mit den richtigen Tools vertraut zu machen. Eine Integrierte Entwicklungsumgebung (IDE) oder ein guter Code-Editor sind unverzichtbar.

  • VSCode (Visual Studio Code): Dies ist mein persönlicher Favorit und eine der beliebtesten Code-Editoren überhaupt. VSCode ist kostenlos, Open Source und bietet eine riesige Auswahl an Erweiterungen für nahezu jede Programmiersprache und jedes Framework. Es ist leichtgewichtig, aber extrem leistungsstark und bietet Funktionen wie Syntax-Highlighting, Code-Vervollständigung, Debugging und Versionskontrolle-Integration. Egal ob ich Python, JavaScript oder YAML bearbeite, VSCode ist mein tägliches Werkzeug.
  • Code-Server: Für diejenigen, die gerne von überall auf ihre Entwicklungsumgebung zugreifen möchten, ist Code-Server eine spannende Option. Code-Server ist im Grunde VSCode, das in einem Browser läuft. Man kann es auf einem Server installieren (zum Beispiel auf einem Raspberry Pi oder in einer Cloud-Instanz) und kann dann von jedem Gerät mit einem Webbrowser darauf zugreifen. Das ist besonders praktisch, wenn man nicht immer den gleichen Computer benutzt oder wenn man auf einem Tablet oder Smartphone entwickeln möchte.
  • GitHub: Jede Reise ins Programmieren sollte auch die Nutzung von GitHub beinhalten. GitHub ist eine Plattform für die Versionskontrolle von Softwareentwicklungsprojekten mit Git. Es ermöglicht Entwicklern, gemeinsam an Code zu arbeiten, Änderungen zu verfolgen und Projekte zu verwalten. Auch wenn man alleine programmiert, ist GitHub nützlich, um den eigenen Code zu sichern und eine Historie der Änderungen zu haben. Es ist quasi das digitale Notizbuch und Archiv für Ihre Projekte.

Diese Tools bilden das Rückgrat für effizientes und kollaboratives Programmieren. Sie erleichtern den Arbeitsablauf und ermöglichen es, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: das Schreiben von Code.

 

Fazit: Programmieren ist eine Investition in die Zukunft

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Programmierkenntnisse in der heutigen Zeit weit über das reine Hobby hinausgehen. Sie sind eine Investition in die eigene Zukunft, sowohl beruflich als auch persönlich. Sie eröffnen neue Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt, fördern wichtige kognitive Fähigkeiten und ermöglichen es uns, die digitale Welt besser zu verstehen und aktiv mitzugestalten. Egal, ob es darum geht, ein kleines Skript für den Alltag zu schreiben, sich im Smart Home zu verwirklichen oder beruflich voranzukommen – der Einstieg ins Programmieren lohnt sich definitiv. Es ist ein Feld, das sich ständig weiterentwickelt und somit stets neue Herausforderungen und Lernmöglichkeiten bietet.

Haben Sie bereits erste Erfahrungen mit dem Programmieren gemacht oder planen Sie den Einstieg? Ich freue mich auf Ihre Kommentare und Erfahrungen!

 

Hast du noch Fragen?

Hast du noch Fragen zu diesem Beitrag? Dann ab damit in die Kommentare oder schreib mich über Mastodon oder Bluesky an.

 

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