Als mein Sohn im Jahr 2017 geboren wurde, war die Welt der Kinder-Audioplayer noch eine andere und bei weitem nicht so vielfältig wie heute. Zwei Jahre später, 2019, eroberte die Toniebox die Kinderzimmer im Sturm. Auch wir kamen an dem Trend nicht vorbei. Überall, ob in der Nachbarschaft oder in der Kita, hörte man von diesem weichen Würfel mit den kleinen Figuren. Die Idee klang genial und die Umsetzung schien kinderleicht. Doch wie das bei Technik oft der Fall ist, wandeln sich die Ansprüche mit der Zeit. Vom Kleinkind, das gespannt einem Hörbuch lauscht, zum Schulkind mit einem ganz eigenen Musikgeschmack ist es ein kurzer Weg. In diesem Beitrag nehme ich euch mit auf unsere Reise durch den Dschungel der Audio-Geräte für Kinder. Von der Toniebox über die Tigerbox bis hin zur Galakto Box und den Kekz Kopfhörern teile ich meine echten Erfahrungen aus dem Alltag.
Die Toniebox als Einstieg
Der Einstieg in die Welt der Kinder-Audio-Geräte begann für uns ganz klassisch mit der Toniebox. Das Konzept ist simpel und für Kleinkinder perfekt geeignet. Ein gepolsterter Würfel, bei dem die Bedienung über das Aufstellen von kleinen Figuren, das Klopfen an den Seiten und das Drücken der „Öhrchen“ an der Fläche geschieht, auf die die Toniefigur gestellt wird. Über diese Ohren wird die Lautstärke geregelt. Im Inneren der Box arbeitet ein NFC-Lesegerät, das den Chip in der Figur erkennt und den entsprechenden Inhalt aus dem WLAN lädt. Die Bedienung der Toniebox war für meinen Sohn absolut kein Problem. Er verstand sofort, dass die Figur auf der Box stehen muss, damit die Musik spielt.
Lediglich das Vor- und Zurückspringen der Titel hatte es manchmal in sich. Um einen Titel zu überspringen, muss man der Box einen leichten Klaps auf die Seite geben. In der Theorie ist das kindgerecht, in der Praxis führte das oft zu Frust, weil die Box den Klaps nicht immer richtig erkannte oder mein Sohn zu zaghaft beziehungsweise zu stark zuschlug. Trotzdem war die Box für lange Zeit ein treuer Begleiter. Die Verarbeitung ist solide und das weiche Material verzeiht auch den einen oder anderen Sturz.
Der Wechsel zur Tigerbox
Mit der Zeit veränderte sich jedoch das Hörverhalten meines Sohnes. Er wollte mehr Musik hören und nicht mehr nur die klassischen Hörbücher der Tonies. Zudem gingen die Figuren auf Dauer ordentlich ins Geld. Daher haben meine Frau und ich nach einer Alternative gesucht. Schlussendlich haben wir uns dann für eine Tigerbox entschieden. Die Gründe für den Wechsel waren primär die Bedienung über das integrierte Touch-Display und das flexible Abo-Modell. Es war plötzlich möglich, gezielt zu Titeln zu springen, Playlists auszuwählen und durch den Streaming-Dienst hatten wir kompletten Zugriff auf eine riesige Vielzahl an Inhalten.
Die Einrichtung im WLAN war einfach und die technische Basis wirkte zunächst wie ein gewaltiges Upgrade zur Toniebox. Doch eine entscheidende Sache hatten wir nicht auf dem Radar. Die Tigerbox ist bei weitem nicht so robust wie die Toniebox. Durch mehrere Stürze, was im Alltag mit Kindern nun mal passieren kann, litt das Gehäuse extrem. Die Tigerbox trug am Ende einen erheblichen Schaden davon. Genauer gesagt waren im Inneren mehrere Plastiknäschen gebrochen, wodurch die Bodenplatte nicht mehr befestigt werden konnte und das Gerät im Grunde auseinanderfiel.
Fehlende Nachhaltigkeit und schlechter Support
An für sich war der Schaden überschaubar. Als Technik-Begeisterter schraube ich gerne an Geräten und ich ging fest davon aus, dass diese Bodenplatte als Ersatzteil sicherlich günstig zu tauschen wäre. Aber was mir dann der E-Mail-Support der Tigerbox mitteilte, schockte mich immens. Man teilte mir lapidar mit, dass es keinerlei Ersatzteile gibt und auch keine Reparatur seitens des Herstellers angeboten wird. Darüber hinaus erhielt ich lediglich einen 10% Rabatt-Code auf die Bestellung einer komplett neuen Tigerbox.
Für mich war diese E-Mail seitens des Herstellers ein absolutes Unding. Der Hersteller ist aus meiner Sicht in diesem Punkt absolut nicht nachhaltig. Anstatt Elektroschrott zu vermeiden, wird der Neukauf forciert. Ich klebte die Bodenplatte der Tigerbox daraufhin notdürftig fest, allerdings keimte zu dieser Zeit bereits der Gedanke auf, erneut auf ein komplett anderes Produkt zu wechseln. Ein Ökosystem, das Reparaturen kategorisch ausschließt, hat in meinem Smart-Home und meinem Technik-Fuhrpark eigentlich keinen Platz.
Neue Wege mit der Galakto Box
Mit der Geburt unserer Tochter im Jahr 2022 befassten sich meine Frau und ich dann nochmals intensiv mit dem Thema Audio-Geräte und deren Inhalte. Am Ende haben wir uns entschieden, das teure Abo der Tigerbox auslaufen zu lassen und die geklebte Box endgültig dem Elektroschrott zuzuführen. Kurz bevor das Abo auslief, erhielt mein Sohn einen Bluetooth-Kopfhörer und Zugriff auf Youtube Music über ein Android-Tablet. Parallel dazu haben wir für unsere Tochter eine Galakto Box samt einiger Token erworben.
Beim ersten Auspacken der Galakto Box war ich durchaus skeptisch, ob diese im rauen Kinderalltag lange überlebt. Sie fühlte sich anders an als die bisherigen Geräte. Aber was soll ich sagen? Die Box ist dermaßen robust konzipiert und funktioniert bis heute weiterhin ohne das geringste Problem. Keine Displays, die splittern können, und keine fragilen Plastiknasen, die bei einem Sturz sofort brechen. Die Nutzung der Token ist intuitiv und das System läuft erfreulich stabil.

Das Problem mit Kabeln im Auto
Neben der Galakto Box haben wir dann kürzlich noch Kekz Kopfhörer für lange Autofahrten erworben. Die Galakto Box hat zwar einen Klinkenanschluss für Kopfhörer, aber eine Dreijährige mit einem kabelgebundenen Kopfhörer und der Box in den Kindersitz im Auto zu setzen, ist schlichtweg keine gute Idee. Das Kabel verheddert sich ständig beim Anschnallen und stört ungemein. Auch zu Hause war diese Konstruktion eher ein Hindernis. Zu häufig vergaß meine Tochter die Box beim plötzlichen Aufstehen mitzunehmen und riss sich so den Kopfhörer vom Kopf, weil die Box am Kabel hing.
Auch mein Sohn war manchmal frustriert, wenn er zum Beispiel im Auto auf der Autobahn nicht das Hörbuch oder die Musik hören konnte, die er gerade wollte, weil sein Tablet kein WLAN hatte und die Inhalte nicht für den Offline-Betrieb heruntergeladen waren. Es fehlte eine autarke, unkomplizierte Lösung ohne zwingende Internetverbindung, die einfach immer funktioniert. Genau hier kamen die Kekz Kopfhörer ins Spiel.
Die Kekz Kopfhörer in der Praxis
Aus den besagten Gründen haben wir kürzlich für beide Kinder jeweils einen Kekz Kopfhörer und einige Kekz Audiochips erworben. Wir haben dabei eine Mischung aus neuen und gebrauchten Chips gekauft, was den Geldbeutel schont. Das Konzept eines Kopfhörers, der komplett ohne WLAN, ohne Bluetooth und ohne viele verwirrende Knöpfe auskommt, klang extrem vielversprechend. Die Audiochips werden magnetisch direkt an die Außenseite der Ohrmuschel geklippt.

Und die Geräte tun exakt das, was man von ihnen verlangt. Sie spielen die Musik beziehungsweise das Hörbuch des jeweiligen Audiochips sofort in hervorragender Qualität ab. Meine Kinder können sich dabei völlig frei bewegen, ohne sich in Kabeln zu verheddern oder auf eine aktive Internetverbindung angewiesen zu sein. Die integrierte Lautstärkebegrenzung schützt zudem das Gehör, was mir als Elternteil sehr wichtig ist.
Hürden bei der Software und herausragender Support
Einen Haken gab es dann aber doch. Die Aktualisierung der Kekz Kopfhörer mit neuen Inhalten und Software-Updates war für mich zunächst schwierig. Ich bin überzeugter ChromeOS-Nutzer und habe in meinem Heimnetzwerk keinen Zugriff auf ein klassisches Windows-Gerät. Daher war es mir schlicht nicht möglich, die nötige Kekz App zu installieren, um die Kopfhörer per USB-Kabel zu aktualisieren.
Ich schrieb eine E-Mail an den Kekz Support mit der Frage, ob es eine Alternative zur bestehenden App geben würde oder ob die Software zukünftig vielleicht auch für Linux bzw. ChromeOS bereitgestellt würde. Die Antwort und die nachfolgende Konversation per E-Mail verblüfften mich und steigerten meine Zufriedenheit bezogen auf die Marke massiv. Der Support berichtete offen davon, dass sich ein völlig neues, zusätzliches Gerät im Beta-Test befände, mit dem man die Kekz Kopfhörer ohne einen PC aktualisieren kann. Man bot mir völlig unkompliziert an, dass ich an diesem Beta-Test teilnehmen könne. Dieses Angebot nahm ich dankend an.
Der Kekz KConnect im Beta-Test
Ein paar Tage nach dem sehr netten E-Mail-Austausch lag dann der Kekz Connect, oder kurz KConnect, in meinem Briefkasten. Die Einrichtung war denkbar einfach. Nachdem ich diesem kleinen Gerät über ein unkompliziertes Web-Interface die Zugangsdaten meines heimischen WLANs gegeben hatte, war der Prozess extrem komfortabel. Es heißt von nun an nur noch: Kekz Kopfhörer per Kabel an den Kekz Connect anschließen und anschließend das Netzteil am Kekz Connect einstecken.

Das Gerät kümmert sich dann völlig autark um die Synchronisierung. Sobald alle drei LEDs auf dem KConnect dauerhaft grün leuchten, ist der angeschlossene Kekz Kopfhörer vollständig aktualisiert. Es ist kein PC, kein ChromeOS und kein händisches Starten einer Software mehr nötig. Dieser Ansatz ist genial und zeigt, dass hier Entwickler am Werk sind, die praktische Alltagsprobleme erkennen und lösen.
Vorbildlicher Umgang mit Kunden
Ich möchte an dieser Stelle die Firma hinter den Kekz Kopfhörer ausdrücklich lobend erwähnen. Nicht jedes Unternehmen, das Kinderprodukte herstellt, geht so transparent und lösungsorientiert mit Kundenanfragen um. Ich hatte ab der allerersten Antwort auf meine Anfrage das Gefühl, dass man mich als Kunden mit meinem technischen Problem nicht allein lassen möchte und dass ein echtes Interesse an einer Problemlösung besteht.
Klar, das Angebot mit dem 10% Rabatt bei der defekten Tigerbox könnte man theoretisch auch als Lösungsansatz interpretieren, jedoch gehe ich stark davon aus, dass die Firma trotz des kleinen Rabatts mit dem Neukauf einen satten Gewinn erzielt hätte. Die Firma hinter den Kekz Kopfhörern hingegen hat für den Kekz KConnect keinen einzigen Cent von mir verlangt. Alles, was im Gegenzug gewünscht war, war ehrliches technisches Feedback zum Gerät im Rahmen des Beta-Tests. So baut man echte Kundenbindung auf!
3D-Druck: Ordnung im Kinderzimmer
Da die Kopfhörer und die kleinen Audiochips schnell dazu neigen, unaufgeräumt im Kinderzimmer herumzufliegen, habe ich nach einer passenden Lösung gesucht. Auf Makerworld bin ich schließlich fündig geworden und habe für meine beiden Kinder mit meinem Bambu Lab P1S 3D-Drucker einen tollen Stand für die Kopfhörer samt einer passenden Unterbringung für die Kekz Audiochips ausgedruckt. Das Ergebnis ist nicht nur praktisch, sondern sieht auf dem Schreibtisch der Kinder auch richtig gut aus. Wer über einen eigenen 3D-Drucker verfügt und dieses nützliche Zubehör ebenfalls ausdrucken möchte, findet die Druckdatei direkt auf Makerworld unter diesem Link. Das Modell ist hervorragend konstruiert und lässt sich ohne große Stützstrukturen drucken.
Fazit und Empfehlungen
Meinen Kindern gefallen die Kekz Kopfhörer mittlerweile so gut, dass diese beinahe täglich im Einsatz sind. Die anderen, ehemals teuer angeschafften Audio-Produkte liegen dagegen eher in der Ecke und verstauben. Lediglich wenn andere Kinder bei uns zu Besuch sind, wird die Galakto Box von meiner Tochter und das Tablet samt Youtube Music von meinem Sohn intensiver genutzt, um gemeinsam Musik zu hören.
Mit dem gesammelten Wissen und der intensiven Nutzung über all diese Jahre hinweg, kann ich an dieser Stelle abschließend lediglich für zwei Produkte eine ganz klare Kaufempfehlung aussprechen: Den Kekz Kopfhörern für die mobile und fokussierte Nutzung sowie der Galakto Box für das robuste Hören im Raum. Die Toniebox und vor allem die Tigerbox sind für mich nach den gemachten Erfahrungen ein klares No-Go. Beide Boxen sind in der Anschaffung nicht gerade erschwinglich, anfällig für Defekte und die Figuren beziehungsweise das zwingende Abo sind gegenüber den Token-Systemen von Kekz und Galakto deutlich teurer im Unterhalt.
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