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Mein Aquarium in Home Assistant integriert

Beitragsbild Home Assistant

Stell dir vor, du sitzt entspannt im Esszimmer, beobachtest das friedliche Treiben deiner Garnelen und weißt ganz genau: Das biologische Gleichgewicht ist stabil, die Beleuchtung folgt einem perfekten Rhythmus und die Technik im Hintergrund arbeitet absolut präzise – gesteuert durch dein eigenes Smart-Home. Der Weg dorthin war für meine Frau und mich eine spannende Reise voller Lerneffekte. Von den ersten Schritten mit einem kleinen 60 Liter Becken bis hin zu unserem aktuellen 146 Liter Projekt haben wir viel ausprobiert, optimiert und schließlich die perfekte Symbiose aus Natur und Home Automation gefunden. In diesem Beitrag nehme ich dich mit in meine Unterwasserwelt und zeige dir Schritt für Schritt, wie ich die Aquaristik in Home Assistant integriert habe, um den Pflegeaufwand zu minimieren und die Sicherheit für die Bewohner zu maximieren.

Warum der Wechsel auf 146 Liter im Esszimmer die richtige Entscheidung war

Unser Esszimmer war schon immer der zentrale Ort für unser Hobby. Hier starteten meine Frau und ich im Herbst 2021 mit unserem ersten 60 Liter Aquarium. Doch wer einmal in die Aquaristik eintaucht, merkt schnell: Ein kleines Becken verzeiht wenig. Schwankungen bei der Temperatur oder den Wasserwerten schlagen dort sofort durch. Wir wollten mehr Stabilität für unsere Bewohner und gleichzeitig mehr Freiheit bei der Auswahl der Fische.

Die Entscheidung für das größere 146 Liter Becken fiel uns leicht, da wir den Platz im Esszimmer optimal nutzen wollten. Ein größeres Volumen bedeutet eine trägere und damit stabilere Biologie. Es verzeiht kleinere Fehler in der Pflege deutlich eher als die kleine 60 Liter Variante. Für uns war klar: Das neue Projekt soll von Anfang an durchdachter und „smarter“ angegangen werden, um den manuellen Aufwand so gering wie möglich zu halten.

 

KI-gestützte Planung: Wie meine Frau und ich Gemini nutzten

Bei der Vorbereitung haben wir dieses Mal einen modernen Weg gewählt. Neben der klassischen Recherche haben meine Frau und ich intensiv Google Gemini in unsere Planung einbezogen. Die KI diente uns als Sparringspartner, um sicherzustellen, dass wir dieses Mal keine Details übersehen.

Besonders hilfreich war Gemini bei der Auswahl der passenden Flora. Wir haben gezielt nach Pflanzen gesucht, die schnellwüchsig sind und Schadstoffe effektiv binden – Gemini empfahl uns hier unter anderem Hornkraut und Wasserpest, die nun prächtig im neuen Becken gedeihen. Auch bei der Strömungsoptimierung leistete die KI wertvolle Dienste: Wir haben gemeinsam die beste Ausrichtung der Pumpe abgestimmt, um eine ideale Wasserumwälzung ohne „tote Zonen“ zu erreichen. Durch diese Vorarbeit haben wir enorm viel Zeit gespart und hatten eine perfekte fachliche Grundlage für das anschließende Beratungsgespräch im Fachhandel.

 

Der Aufbau: Technik von SuperFish aus dem MegaZoo Koblenz

Anfang April 2026 machten wir uns auf den Weg zum MegaZoo nach Koblenz. Dank unserer Vorab-Recherche wussten wir genau, worauf es ankommt. Nach einer umfangreichen Beratung vor Ort entschieden wir uns für ein 146 Liter Aquarium Set von SuperFish. Dieses Komplettset war ideal, da es neben dem hochwertigen Glasbecken auch eine LED-Lampe, einen Heizstab und eine passende Pumpe enthielt.

Natürlich blieb es nicht beim nackten Set. Wir packten Nährstoffboden, feinen Sand, unsere mit Gemini abgestimmten Pflanzen und einen dekorativen Stein ein. Zu Hause angekommen, ging es an den Aufbau im Esszimmer. Als echter Technik-Geek habe ich dabei besonders auf eine saubere Kabelführung geachtet – nichts stört die Optik mehr als Kabelsalat hinter dem Aquarium. Nachdem der Boden geschichtet, der dekorative Stein und die Pflanzen platziert waren, hieß es „Wasser marsch“.

 

Smartes Upgrade: Die Nous Zigbee-Steckerleiste mit Energiemonitoring

Schon während der ersten Woche, in der das Aquarium „einfuhr“, war mir klar, dass ich die einzelnen Komponenten separat steuern möchte. Da ich bereits gute Erfahrungen mit den Zwischensteckern von Nous gemacht hatte, fiel die Wahl auf die smarte Zigbee-Steckerleiste desselben Herstellers.

Die Einbindung in mein Home Assistant via ZHA war in wenigen Minuten erledigt. Ein riesiger Vorteil dieser Steckerleiste ist die integrierte Verbrauchsmessung. Ich kann nun jederzeit die gesamte Leistungsaufnahme der drei Geräte (Licht, Pumpe, Heizstab) im Auge behalten. Es ist faszinierend zu sehen, wie viel Energie der Heizstab tatsächlich benötigt, um die Temperatur stabil zu halten, und wie sich die Gesamtkosten über den Monat verteilen. Zudem bietet es mir die Sicherheit, sofort zu sehen, falls ein Gerät ausfällt und der Stromverbrauch untypisch sinkt.

 

Die Einfahrphase und der Einzug der Bewohner

In den ersten vier Wochen war Geduld gefragt. Ich habe die Wasserwerte akribisch überwacht und dabei auf die Teststreifen von JBL gesetzt. Um die Entwicklung transparent zu machen, habe ich alle Werte von Tag eins an in ein Google Sheets Dokument eingetragen.

146 Liter Aquarium nach 3 Wochen
146 Liter Aquarium nach 3 Wochen

Interessanterweise war der berüchtigte Nitrit-Peak bei diesem Becken sehr überschaubar und schoss keineswegs extrem nach oben. Nach zwei Wochen war der Wert bereits wieder bei Null angekommen. Dennoch sind wir vorsichtig geblieben. Zuerst durften unsere Zwerg-Garnelen und drei Raubturmdeckelschnecken (Clea helena) in ihr neues Reich umziehen. Die Fische folgten erst nach vollen vier Wochen, um sicherzugehen, dass das System wirklich stabil ist.

 

Intelligente Beleuchtungssteuerung per Automation

Im Gespräch mit dem MegaZoo-Mitarbeiter kam die Idee auf, das Algenwachstum durch eine gezielte Beleuchtungspause zu hemmen. Diese Theorie habe ich nochmals mit Gemini verifiziert und anschließend direkt in Home Assistant automatisiert. Das Ziel: Eine flexible Steuerung, die sich meinen Bedürfnissen anpasst.

Home Assistant - Helfer
Home Assistant – Helfer

Ich wollte die Beleuchtung nicht starr programmieren. Deshalb habe ich mir drei Helfer in Home Assistant angelegt, die ich bequem über das Dashboard bedienen kann:

  • input_select.aquarium_betriebsart: Für die Wahl der Betriebsart (Automatik oder Handbetrieb).
  • input_datetime.aquarium_einschaltzeitpunkt: Um den exakten Einschaltzeitpunkt festzulegen.
  • input_number.aquarium_einschaltdauer: Um die gewünschte Einschaltdauer (zwischen 6 und 12 Stunden) zu wählen.

Die Logik dahinter: Wenn die Automatik läuft, berechnet das System nach der halben Einschaltdauer automatisch eine 3-stündige Pause. Wenn ich also 8 Stunden Licht einplane und um 7 Uhr starte, macht das System zwischen 11 und 14 Uhr eine Pause und leuchtet danach bis 18 Uhr weiter.

YAML
alias: Aquarium Beleuchtung
description: Automatisierung der Aquarium Beleuchtung inklusive Algen-Pause.
triggers:
  - trigger: time
    at: input_datetime.aquarium_einschaltzeitpunkt
    id: einachaltzeitpunkt
    alias: Einachaltzeitpunkt
  - trigger: template
    value_template: >
      {% set start = state_attr('input_datetime.aquarium_einschaltzeitpunkt',
      'timestamp') %} {% set halbe_dauer =
      (states('input_number.aquarium_einschaltdauer') | float * 3600) / 2 %} {{
      now().strftime('%H:%M') == (start + halbe_dauer) |
      timestamp_custom('%H:%M', false) }}
    id: pausenbeginn
    alias: Pausenbeginn
  - trigger: template
    value_template: >
      {% set start = state_attr('input_datetime.aquarium_einschaltzeitpunkt',
      'timestamp') %} {% set halbe_dauer =
      (states('input_number.aquarium_einschaltdauer') | float * 3600) / 2 %} {%
      set pause_ende = start + halbe_dauer + (3 * 3600) %} {{
      now().strftime('%H:%M') == pause_ende | timestamp_custom('%H:%M', false)
      }}
    id: pausenende
    alias: Pausenende
  - trigger: template
    value_template: >
      {% set start = state_attr('input_datetime.aquarium_einschaltzeitpunkt',
      'timestamp') %} {% set dauer =
      states('input_number.aquarium_einschaltdauer') | float * 3600 %} {% set
      ende = start + dauer + (3 * 3600) %} {{ now().strftime('%H:%M') == ende |
      timestamp_custom('%H:%M', false) }}
    id: ausschaltzeitpunkt
    alias: Ausschaltzeitpunkt
conditions:
  - condition: state
    entity_id: input_select.aquarium_betriebsart
    state: Automatik
    alias: Automatik-Betrieb
actions:
  - choose:
      - conditions:
          - condition: or
            conditions:
              - condition: trigger
                id: einachaltzeitpunkt
              - condition: trigger
                id: pausenende
        sequence:
          - target:
              entity_id: switch.steckerleiste_aquarium_schalter
            action: switch.turn_on
        alias: Beleuchtung an
      - conditions:
          - condition: or
            conditions:
              - condition: trigger
                id: pausenbeginn
              - condition: trigger
                id: ausschaltzeitpunkt
        sequence:
          - target:
              entity_id: switch.steckerleiste_aquarium_schalter
            action: switch.turn_off
        alias: Beleuchtung aus

 

Visualisierung mit der Bubble-Card

Damit das Ganze auch optisch etwas hermacht, habe ich das Aquarium in mein Dashboard integriert. Über ein Bubble-Card Popup habe ich nun schnellen Zugriff auf alle relevanten Daten. In diesem Popup werden mir übersichtlich angezeigt:

  • Tile-Cards für die direkte Steuerung der Steckdosen (Heizung, Pumpe, Licht)
  • Die Steuerelemente für die Automation
Home Assistant - Aquarium Dashboard
Home Assistant – Aquarium Dashboard

Das Design ist schlicht und funktional, sodass ich auch mal eben im Vorbeigehen ggf. eingreifen kann.

 

Zukunftspläne: Die „Fütterungs-Taste“

Obwohl ich schon sehr zufrieden bin, gibt es noch Raum für Optimierungen. Aktuell schalte ich die Pumpe noch manuell für maximal 10 Minuten aus, wenn die Fische und Garnelen ihr Futter bekommen. Das möchte ich bald automatisieren: Ein physischer Knopf am Aquarium soll eine „Fütterungs-Automation“ auslösen, die einmal täglich die Pumpe stoppt und nach der Zeit wieder aktiviert. So können auch meine Kinder die Fütterung übernehmen, ohne dass ich Angst haben muss, dass die Pumpe danach vergessen wird.

 

Fazit

Zum jetzigen Zeitpunkt sind alle Bewohner aus dem alten 60 Liter Becken sicher in ihr neues 146 Liter Zuhause im Esszimmer umgezogen. Es wirkt aktuell noch etwas leer, aber wir lassen uns Zeit. Wir beobachten erst einmal, wie sich unsere bisherigen Fische einleben, bevor wir in den nächsten Wochen entscheiden, welche neuen Arten sich dazu gesellen dürfen. Die smarte Integration gibt uns dabei das gute Gefühl, dass die Technik uns unterstützt und wir uns voll auf die Schönheit der Aquaristik konzentrieren können.

 

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