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Erfahrungsbericht: Ninja Luxe Café Pro

Beitragsbild Ninja Luxe Cafe Pro

Kaffee gehört für meine Frau und mich seit Jahren zum Alltag dazu. Früher, während unserer Zeit im Schichtdienst, war der Fokus recht simpel: Der Kaffee musste wach machen oder wach halten. Da war die Bohne fast Nebensache, solange die Wirkung stimmte. Über die Jahre hat sich das jedoch gewandelt. Heute steht für uns die Bekömmlichkeit und der eigentliche Geschmack im Vordergrund. Während ich meinen Kaffee meist klassisch trinke – mal stärker, mal schwarz, aber immer ohne Zucker – bevorzugt meine Frau Espresso, Latte Macchiato oder Cappuccino. Wir haben uns über Pad- und Kapselsysteme hochgearbeitet, bis wir schließlich bei Vollautomaten landeten. Doch die Suche nach dem perfekten Geschmack führte uns in eine Sackgasse aus zu vielen Geräten und zu viel Aufwand. In diesem Erfahrungsbericht zeige ich euch, warum die Ninja Luxe Café Pro für uns die Lösung war, um endlich Ordnung und Qualität in die Küche zu bringen.

Unsere Kaffee-Evolution: Vom Vollautomaten zum manuellen Setup

Unser Weg zum besseren Kaffee führte uns 2021 zur DeLonghi PrimaDonna Class. Wir hatten uns für dieses Modell entschieden, nachdem der direkte Vorgänger – ebenfalls ein Vollautomat – einen Defekt erlitt und wir mit dem System grundsätzlich zufrieden waren. Die DeLonghi leistete bis zuletzt gute Dienste und lieferte Kaffee auf Knopfdruck. Doch wie es so oft ist: Man hört von Freunden, man liest in Foren, und plötzlich packte uns 2023 der Siebträger-Hype.

Wir legten uns zusätzlich eine DeLonghi Siebträgermaschine zu. Um das Setup zu vervollständigen, gesellten sich eine Mühle, ein externer Milchaufschäumer und das nötige Zubehör wie ein Tamper, ein Pinsel und eine Waage dazu. Geschmacklich war das ein Quantensprung. Die Getränke aus dem Siebträger waren deutlich besser als alles, was der Vollautomat produzieren konnte. Allerdings erkauften wir uns diesen Geschmack mit einem massiven Arbeitsaufwand. Die vielen Handgriffe, die bei einem Vollautomaten entfallen, wurden plötzlich zum Zeitfresser in der Küche.

 

Der tägliche Konflikt: Bequemlichkeit gegen Handarbeit

In den letzten Monaten hat sich bei uns eine feste Gewohnheit eingestellt, die eigentlich zeigt, wie unpraktisch unser Setup war. Morgens, wenn es schnell gehen musste und der Kopf noch im Halbschlaf war, nutzten wir den Vollautomaten. Die Zeit für das händische Prozedere am Siebträger fehlte einfach. Erst nachmittags oder am Abend, wenn mehr Ruhe einkehrte, wurde die Siebträgermaschine angeworfen.

Dieser Zustand war auf Dauer unbefriedigend. Die Küchenarbeitsplatte stand voll mit Geräten, und die vielen manuellen Handgriffe nervten uns zunehmend. Anfang des Jahres kam meiner Frau daher die Idee, die Anzahl der Geräte radikal zu reduzieren. Wir suchten nach einer Lösung, die die Qualität des Siebträgers mit dem Komfort des Vollautomaten kreuzt. Bei unserer Recherche stießen wir auf die Ninja Luxe Café Pro – eine Maschine, die genau diese Brücke schlagen will, indem sie viele der manuellen Schritte automatisiert.

 

Die Ninja Luxe Café Pro im Detail: Die wichtigsten Eckpunkte

Die Ninja Luxe Café Pro ist ein faszinierendes Stück Technik, das den Spagat zwischen Präzision und Automatisierung versucht. Hier sind die technischen Details, die dieses System ausmachen:

  • Barista Assist Technology: Die digitale Anleitung
    Das Herzstück der Maschine ist die Barista Assist Technology. Als Anwender bekommt man hier quasi einen digitalen Experten zur Seite gestellt. Die Maschine misst während des Bezugs verschiedene Parameter und gibt über das Display aktives Feedback zum Mahlgrad. Wenn der Espresso beispielsweise zu schnell durchläuft (Unterextraktion), empfiehlt die Maschine für den nächsten Durchgang einen feineren Mahlgrad. Das nimmt einem das frustrierende „Raten“ ab, das man von rein manuellen Siebträgern kennt. Zudem berechnet das System die Mahldauer dynamisch mit, um immer die exakte Grammzahl im Sieb zu haben – unabhängig davon, wie fein oder grob man die Bohnen gerade mahlt.

  • Integriertes Mahlwerk & Automatisches Tampen:
    Das integrierte Mahlwerk bietet eine feine Abstufung, die weit über das hinausgeht, was herkömmliche Vollautomaten leisten. Es mahlt direkt und verlustfrei in den eingesetzten Siebträger. Direkt im Anschluss kommt eine der cleversten Funktionen zum Einsatz: der seitliche Hebel für das assistierte Tampen. Anstatt händisch mit dem Tamper zu hantieren und dabei Gefahr zu laufen, schief oder mit wechselndem Druck zu pressen, sorgt die Ninja für einen immer gleichbleibenden, optimalen Anpressdruck. Das sorgt für eine homogene Verdichtung des Kaffeemehls und verhindert „Channeling“, also das ungleichmäßige Durchfließen des Wassers.

  • Das Dual-Frother-System: Milchschaum nach Maß
    Für meine Frau ist das Aufschäumsystem das Highlight. Die Ninja Luxe Café Pro bietet hier zwei Wege: Zum einen kann man ganz klassisch die Dampflanze nutzen, um manuell die gewünschte Textur zu erzeugen. Zum anderen gibt es das automatisierte System. Man stellt das Milchkännchen auf die Basis, wählt die gewünschte Konsistenz (z.B. Latte oder Cappuccino) sowie die Temperatur aus, und die Maschine erledigt den Rest über Sensoren. Das Ergebnis ist ein feinporiger Mikroschaum, der deutlich näher an einem echten Café-Erlebnis ist als der oft zu grobe Schaum aus einem Vollautomaten.

  • Vielseitige Getränkeprofile & Intelligente Erkennung
    Die Maschine ist nicht auf Espresso limitiert. Über ein zentrales Wählrad kann man zwischen verschiedenen Modi wie Espresso, klassischem Kaffee oder sogar Cold Brew wählen. Die Ninja passt dabei die Temperatur und den Druck der Extraktion an das jeweilige Getränk an. Interessant ist hierbei die Sensorik im Brühkopf: Die Maschine erkennt (normalerweise), welcher der mitgelieferten Siebeinsätze (Double Espresso, Single Espresso oder der große Kaffee-Einsatz) eingelegt ist und passt die Wassermenge sowie die Mahlmenge darauf an.

  • Praktische Aufbewahrung im Gehäuse
    Ein Detail, das die Ordnung in der Küche massiv verbessert, ist die integrierte Aufbewahrungslösung. Ninja hat das Gehäuse so konstruiert, dass sich hinter einer magnetischen Klappe auf der rechten Seite alle mitgelieferten Siebeinsätze sowie das Reinigungswerkzeug sicher und unsichtbar verstauen lassen. So fliegt nichts in den Schubladen herum, und man hat alles griffbereit, wenn man zwischen Espresso und klassischem Kaffee wechseln möchte.

 

Der Wechsel: Tabula Rasa in der Küche

Als wir ein gutes Angebot für die Ninja fanden, haben wir nicht lange gezögert. Wir bestellten die Maschine und verkauften zeitgleich unser gesamtes altes Equipment – sowohl die DeLonghi PrimaDonna Class als auch das komplette Siebträger-Set samt Mühle – über Kleinanzeigen.

Nach wenigen Tagen stand die Ninja Luxe Café Pro bei uns. Der Aufbau war schnell erledigt, und die ersten Getränke wurden getestet. Da ich als Elektrotechniker gerne mit Technik hantiere, gingen mir die wenigen verbliebenen Handgriffe schnell von der Hand. Innerhalb kürzester Zeit hatten wir die optimalen Einstellungen für unsere Bohnen herausgefunden. Die Reduktion auf nur noch ein Gerät hat die Arbeitsplatte massiv entlastet, was ein großer Gewinn für die Ordnung in der Küche ist.

 

Ninja Luxe Café Pro
Ninja Luxe Café Pro

 

Kritikpunkte im Alltag: Wo Licht ist, ist auch Schatten

Trotz der Begeisterung gibt es Punkte, die man bei der Ninja Luxe Café Pro beachten muss. Im Vergleich zum DeLonghi Vollautomaten ist der Wasserverbrauch spürbar höher. Man ist öfter damit beschäftigt, den Tank nachzufüllen. Zudem kommt es hin und wieder vor, dass nach dem Pressvorgang etwas Kaffeepulver am integrierten Stampfer hängen bleibt.

Wirklich ärgerlich ist jedoch ein softwareseitiges Verhalten: Die Maschine erkennt zwar meistens, wenn man von einem Kaffee-Einsatz auf einen Espresso-Einsatz wechselt und stellt das Profil um. Wechselt man jedoch zurück auf den Kaffee-Einsatz, passiert dies oft nicht automatisch. Vergisst man dann, das Getränk manuell am Wählrad umzustellen, mahlt die Maschine eine riesige Menge Kaffeepulver für eine Tasse Kaffee, die niemals in den kleinen Einsatz passt. Das Resultat ist eine ordentliche Sauerei auf der Maschine. Mir ist das bisher zweimal passiert, inzwischen habe ich den Kontrollblick vor dem Mahlen fest verinnerlicht.

 

Makerworld & 3D-Druck: Optimierung mit dem Bambu Lab P1S

Ein großer Pluspunkt für mich als Maker: Die Community auf Makerworld bietet bereits tolle Erweiterungen für die Ninja. Da ich einen Bambu Lab P1S im Einsatz habe, konnte ich das Setup direkt noch weiter individualisieren. Folgende Teile habe ich gedruckt:

  1. Rezept-Schild: Hier sind die Milliliter-Mengen der Tassengrößen sowie die optimalen Einstellungen für unsere meistgenutzten Getränke abgedruckt. So muss man nicht jedes Mal raten.

  2. Siebträger-Ablage: Da die Einsätze zwar praktisch in der Maschine hinter der Klappe verstaut werden können, habe ich mir für den Siebträger selbst eine separate Ablage gedruckt, um ihn ordentlich zu parken.

  3. Trester-Behälter: Dieser steht nun rechts neben der Maschine und dient zum schnellen Ausklopfen des Kaffeesatzes.

Hier hat sich der 3D-Drucker wieder einmal absolut rentiert. Es macht einfach Spaß, funktionale Lösungen für den eigenen Haushalt selbst zu produzieren, die exakt auf die Maße der Maschine abgestimmt sind.

 

Fazit: Preis-Leistung, die überzeugt

Wir sind alles in allem sehr zufrieden mit der Entscheidung. Aus unserer Sicht ist das Preis-Leistungs-Verhältnis der Ninja Luxe Café Pro unschlagbar. Sie bietet den Geschmack, den wir am Siebträger lieben, ohne den extremen Aufwand und das Chaos vieler Einzelgeräte. Die wenigen manuellen Handgriffe sind im Alltag kaum der Rede wert. Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass die Maschine auch in Sachen Langlebigkeit überzeugt. Wenn ihr auf der Suche nach einem Upgrade für euren Vollautomaten seid, ohne zum Vollzeit-Barista werden zu wollen, ist die Ninja definitiv einen Blick wert.

 

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