Schon seit über neun Jahren betreibe ich diesen Blog und nehme euch mit auf eine Reise durch Technik, Heimautomatisierung und alltägliche Entdeckungen. Was als kleines Projekt begann, hat sich über die Jahre zu einer echten Leidenschaft entwickelt. Doch was steckt eigentlich hinter den Kulissen von myHome.zone? Die technische Basis dieses Blogs hat eine entscheidende Evolution durchlebt. Den größten Meilenstein markierte dabei der Jahreswechsel 2023/2024: Damals vollzog ich den kompletten Umzug von meinem langjährigen Hoster zu einer neuen Infrastruktur in der Hetzner Cloud – inklusive eines Wechsels der CPU-Architektur und der Verwaltungssoftware. In diesem Beitrag möchte ich euch detailliert zeigen, wie der Blog heute gehostet wird und welche Schritte ich für maximale Performance unternommen habe. Begleitet mich auf einem Deep Dive in die Technik hinter den Kulissen!
Eine lange Reise: Von den Anfängen bis heute
Bevor ich ins Detail der heutigen Infrastruktur gehe, möchte ich euch auf eine kleine Zeitreise mitnehmen. Die Anfänge dieses Blogs gehen nämlich tatsächlich bis zum 1. Januar 2015 zurück. Damals war die Welt noch eine andere, und der Blog lief unter der URL meines damaligen Gaming-Clans „Fallen-Soulz“. Es war eine Zeit des Ausprobierens, des Lernens und der ersten Gehversuche mit WordPress und dem Hosting von Webseiten. Auch wenn die Themen damals noch etwas anders gelagert waren, war die Faszination für die Technik dahinter bereits entfacht.
Im April 2020 war es dann an der Zeit für einen Wandel und eine Professionalisierung. Ich vollzog den Wechsel zur Domain, unter der ihr mich heute kennt: https://www.myhome.zone. Dieser Schritt markierte nicht nur einen neuen Namen, sondern auch den Beginn einer intensiveren Auseinandersetzung mit der darunterliegenden Infrastruktur.
Der große Umbruch: Von HostEurope zu Hetzner
Jahrelang war ich zufriedener Kunde bei HostEurope. Dort lief mein Blog auf einem klassischen vServer mit einer x64-Architektur, verwaltet über die weit verbreitete Software Plesk. Plesk ist ohne Zweifel ein mächtiges Tool, das einem sehr viel Arbeit abnimmt. Doch mit der Zeit wuchs in mir der Wunsch nach mehr Kontrolle, mehr Flexibilität und vor allem mehr Performance. Zum Jahreswechsel 2023/2024 fasste ich daher einen Entschluss: Es war Zeit für eine komplette Migration.
Mein neues Zuhause fand ich bei Hetzner, einem Anbieter, der in der Tech-Community für seine leistungsstarken und preiswerten Server bekannt ist. Ich entschied mich für einen CAX21 vServer aus der Hetzner Cloud. Dieser Schritt war mehr als nur ein einfacher Serverumzug. Ich wechselte gleichzeitig die CPU-Architektur von der klassischen x64-Architektur zu ARM. ARM-Prozessoren sind nicht nur energieeffizienter, sondern bieten heutzutage eine beeindruckende Leistung, die für Webanwendungen mehr als ausreichend ist. Doch die größte Veränderung fand auf der Software-Ebene statt: Ich verabschiedete mich von Plesk und tauchte in die Welt von HestiaCP ein.

Mein neues Cockpit: Hestia Control Panel (HestiaCP)
Die Entscheidung für HestiaCP war eine bewusste. Als Open-Source-Verwaltungsoberfläche bietet sie eine unglaubliche Flexibilität. Man ist nicht an die Vorgaben eines kommerziellen Produkts gebunden und kann das System bis ins kleinste Detail an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Da ich in den vergangenen Jahren fast ausschließlich auf debian-basierten Systemen gearbeitet habe, war die Wahl des Betriebssystems für den neuen Hetzner-Server schnell getroffen. HestiaCP lässt sich hervorragend auf debian installieren und fühlt sich dort pudelwohl.
Ein entscheidender Punkt bei der Installation war für mich die Konfiguration des Webservers. Ich habe mich bewusst dafür entschieden, HestiaCP im nginx only Modus zu installieren. Das bedeutet, ich verzichte komplett auf den Apache-Webserver. Der Grund dafür ist simpel: nginx ist in der Regel deutlich performanter und ressourcenschonender als Apache, insbesondere wenn es darum geht, statische Inhalte auszuliefern oder als Reverse Proxy zu fungieren. Für einen WordPress-Blog ist das die ideale Grundlage.
Falls du selbst mit dem Gedanken spielst, HestiaCP auszuprobieren, kann ich dir die offizielle Installationsseite nur wärmstens empfehlen: https://hestiacp.com/install.html. Dort kann man sich mit einem Generator den passenden Installationsbefehl zusammenklicken. Man wählt einfach das Betriebssystem, die gewünschten Komponenten aus, kopiert den generierten Befehl und führt ihn per SSH auf dem neuen Server aus. Einfacher geht es kaum. Bei Fragen oder Problemen sind das HestiaCP Forum (https://forum.hestiacp.com/) und das GitHub Repository (https://github.com/hestiacp/hestiacp) exzellente Anlaufstellen mit einer sehr aktiven und hilfsbereiten Community.

Performance-Tuning: Nginx, PHP und Google PageSpeed
Mit der neuen Basis auf Hetzner, debian und HestiaCP war die Arbeit aber noch nicht getan. Jetzt begann der Teil, der mir besonders viel Spaß macht: das Optimieren. Beim Wechsel habe ich direkt auf eine moderne PHP-Version gesetzt und bin mit PHP 8 gestartet. Inzwischen läuft der Blog sogar auf PHP 8.4, um von den neuesten Performance-Verbesserungen und Features zu profitieren.
Ein zentrales Werkzeug bei meiner Optimierungsarbeit war Google PageSpeed Insights. Mein Ziel war es, sowohl auf dem Desktop als auch auf mobilen Geräten einen Score von über 95 zu erreichen. Um das zu schaffen, reichten die Standardeinstellungen von HestiaCP nicht ganz aus. Ich habe ein paar gezielte Anpassungen an der globalen nginx-Konfiguration vorgenommen und – was den größten Hebel hatte – eine eigene nginx Web-Vorlage für WordPress erstellt. In dieser Vorlage habe ich gegenüber der Standard-Vorlage von HestiaCP diverse Anpassungen umgesetzt, zum Beispiel optimierte Caching-Header und Sicherheitseinstellungen.
Ein weiterer wichtiger Schritt war die Installation von nginx aus einer alternativen Paketquelle. Statt der Version aus den offiziellen debian-Repositories nutze ich die Pakete von sury.org. Ondřej Surý leistet hier fantastische Arbeit und stellt stets aktuelle Versionen von PHP und nginx für debian bereit. Der entscheidende Vorteil für mich war, dass seine nginx-Pakete mit der Brotli-Erweiterung kompiliert sind. Brotli ist ein von Google entwickelter Kompressionsalgorithmus, der eine noch bessere Kompressionsrate als Gzip bietet und somit die Ladezeiten weiter reduziert. Das Ergebnis dieser kombinierten Maßnahmen ist ein konstant hoher PageSpeed Score, auf den ich wirklich stolz bin.
Verwaltung der Domain: Der Wechsel zu Cloudflare
Beim Umzug von HostEurope zu Hetzner habe ich noch eine weitere Komponente meiner Infrastruktur neu aufgestellt: die Domainverwaltung. Früher lief alles direkt über den Hoster, heute wickle ich die DNS-Verwaltung meiner Domain über Cloudflare ab. Die Vorteile liegen auf der Hand: DNS-Änderungen werden extrem schnell, oft innerhalb von Sekunden, weltweit verteilt. Zudem sind die Domainpreise bei Cloudflare, insbesondere für exotischere TLDs, sehr wettbewerbsfähig. Auch wenn eine klassische DE-Domain natürlich deutlich günstiger wäre, wollte ich unbedingt bei meiner etablierten Marke myhome.zone bleiben. Cloudflare bietet hierfür das perfekte Gesamtpaket aus Preis, Leistung und einer Fülle an zusätzlichen Features, die ich bei Bedarf nutzen kann.
Die Geschichte hinter dem Namen: myHome.zone
Zum Abschluss möchte ich noch kurz die Frage beantworten, wie ich eigentlich auf den Namen myHome.zone gekommen bin. Der Name ist eine kleine, persönliche Anspielung auf meine Heimat. Ich wohne im Landkreis Mayen-Koblenz, dessen Autokennzeichen MYK oder eben MY ist. In Kombination mit „Home“ symbolisiert die Domain für mich eine starke Heimatnähe und einen digitalen Rückzugsort.
Gleichzeitig ist der Name eine Hommage an ein altes Feature aus den frühen Tagen des Mobilfunks. Vielleicht erinnern sich einige von euch noch an die „Homezone“ von VIAG Interkom (später o2). Dabei bekam man eine Festnetznummer auf seine Handynummer geschaltet, die immer dann aktiv war, wenn man sich in einem bestimmten Radius um seine Wohnadresse befand. myHome.zone ist also eine Mischung aus regionaler Verbundenheit und einem Hauch Technik-Nostalgie.
Ich hoffe, dieser tiefe Einblick in die Technik meines Blogs hat euch gefallen. Es ist ein Setup, das sich über Jahre entwickelt hat und auf das ich sehr stolz bin. Auf diesem vServer laufen übrigens noch einige andere Dienste, aber das ist eine Geschichte für einen anderen Beitrag. Bleibt neugierig!
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